Sind wir es, die vergessen werden?
Oder sind wir es, die vergessen werden?
Die Zukunft war immer da. Sie wartet in den nicht realisierten emanzipatorischen Projekten der Vergangenheit auf ihre Reanimierung. In der Performance Memory, Speak! taucht sie auf in vielstimmigen biographischen Erzählungen. Diskurse und Debatten über Erinnerungskultur erhalten keinen Auftritt, dafür der Akt des Erinnerns und die Erinnerungen der Leute selbst – in all ihrer Detailliertheit, Prekarität und fulminanten Inkohärenz. Die Installation und Performance wird zum Resonanzraum, in dem Besucher*innen über zwei Tage hinweg verschiedenen Techniken und Arten des Erinnerns zuhören können.
Die Bühne in Memory, Speak! funktioniert als Screen Memory (engl.: Deckerinnerung). Kollektive Erinnerung ist hier ein Spiel der Addition, kein Prozess der Reduktion. Alles passiert jetzt, nichts ist vergangen, wir sind mittendrin. Über vier Stationen des Erinnerns durchkreuzen sich auf einer Bühne weit auseinander liegende Orte, Zeiten, Ereignisse, fremde und eigene Erfahrungen, Anwesendes und Abwesendes: ein Casting für eine Langzeitdokumentation, eine karibische Radiostation, ein Kasala aus der Kasaï-Region sowie Texte von Eran Schaerf. Zuschauer*innen und Zuhörer*innen können sich im Raum frei bewegen und sich den einzelnen Stationen auf verschiedenen Kanälen per Infrarotkopfhörer zuschalten.