Nach dem ersten öffentlichen Casting an der Berliner Akademie der Künste, präsentiert die MAB ihren performativen Vorschlag für zeitgenössische Erinnerungskultur in Wien. MEMORY, SPEAK! bringt vier verschiedene Praxen des Erinnerns auf die Bühne in der Brunnenpassage am Yppenplatz:
- Öffentliches Casting für eine Langzeitdokumentation
Eine Jury befragt für eine filmische Langzeitdoku von Anna Jermolewa in biographischen Interviews 11 Kandidat*innen, deren Geschichten in nationalen Erinnerungsdiskursen meist keinen Platz haben. Was werden sie erinnert haben werden?
- Kasala Kontinuum – Ein Erinnerungsritual für die Kunstszene
Das Video des Künstler*innen-Duo Mukenge/Schellhammer re-inszeniert in Kollaboration mit der Kasala-Rezitatorin Cécile Tuseku die traditionelle Erinnerungspraxis aus der Kasaï-Region, die bei Familienfesten in der Demokratischen Republik Kongo praktiziert wird.
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Black Caribbean Radio – Memory Techniques for Approximating Ghosted Realities
Wie erinnert man Leben, die aus der Geschichte herausgeschnitten wurden und doch widerspenstig unterhalb ihrer weiterpulsieren? Sarah Lewis Cappellari und Anton Kats folgen in Sounds, Musik und Geschichten den Spuren des Petersilienmassakers von 1937 in der Dominikanischen Republik.
- Niemandes Gedächtnis
Texte von Eran Schaerf, aus: Gesammeltes Deutsch, transversal texts, 2023. Übersetzung, (EN): Daniel Hendrickson
MEMORY, SPEAK! bietet Theater über 12 Stunden, simultan an mehreren Stationen, in einem Raum. Das Publikum bewegt sich frei und wählt auf verschiedenen Kanälen per Kopfhörer, welchen Erzählungen es folgen möchte.